Suffi

Mohrenkopf heiße ich, mein Kosename ist Suffi, denn ich bin ein Suffolkschaf.

Als ich auf die Welt kam, habe ich mir schon bald eine Nabelentzündung zugezogen. Meine vierbeinige Mutter verlor schnell das Interesse an mir, da ich keine Milch von ihr nahm, nicht spielte und sonst auch nichts von ihr wollte. Ich hatte keine Lust zum Leben, ich hatte Bauchweh und konnte deswegen nicht laufen und spielen wie die Anderen. Da sah ich eine Ecke, wo ich ungestört war. Ich schleppte mich mit letzter Kraft in diese Ecke und legte mich total erschöpft hin. Über mir war ein undichter Wasserhahn, der tropfte und tropfte immer wieder, aber mir war alles egal.

Eines Tages kam eine zweibeinige Gestalt, sie nahm mich auf den Arm, streichelte mich und setzte sich mit mir in die Sonne. Oh, es tat mir so gut, und ich bekam neuen Lebensmut. Etwas später holte die Gestalt einem Behälter an dem eine Zitze war, aus der süße warme Milch kam, wenn ich saugte.

Es wurde langsam dunkel, und die zweibeinige Mutter nahm mich in den Arm und ging mit mir über eine große Wiese: meiner vierbeinigen Mutter war das gleichgültig. Nicht einmal ein Mäh hörte ich von ihr!

Wir kamen an einen großen Stall mit vielen anderen Vierbeinern, doch keiner war so schön wie ich. Meine zweibeinige Mutter machte mir ein weiches Bett aus Stroh, und wieder bekam ich Milch aus dem Plastikeuter mit Zitze. Ich zog so schnell an der Zitze, dass ich mich beinahe verschluckte.

Es vergingen einige Tage, aber ich konnte vor Schmerzen in meinem Bauch nicht laufen. Da trug mich meine zweibeinige Mutter zu einem Zauberer, man nennt ihn Veterinär bei den Zweibeinern. Der versetzte mich in einen tiefen Schlaf. Als ich wieder aufwachte, hatte ich kein Bauchweh mehr, und bald konnte ich wieder springen und hüpfen wie alle anderen Vierbeiner. Wenn ich jetzt meine zweibeinige Mutter mit dem Plastikeuter sah, rannte ich so schnell ich konnte zu ihr.

In dieser ganzen Zeit gab es einen Vierbeiner, der immer in meiner Nähe war und mich umsorgte. Sein Name ist Pummel. Doch diese Geschichte erzähle ich das nächste Mal.

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